Japan Blog – Frühe Kirschblüte

Kirschblüte in Kioto, Japan - Ein schönes Bild auf japan-touren.de
Kirschblüten vor dem Heian Schrein in Kyoto / japan-touren.de

Kyotos Sakura 10 Tage zu früh

Am 26. März erlebte Kyoto den Höhepunkt der diesjährigen Kirschblüte – „Sakura“.
Das heißt, an diesem Tag standen die meisten Kirschbäume der Stadt in voller Blüte.
Das Besondere: obwohl es sich um ein zufälliges Wetterphänomen handelt, kam die Blüte dieses Jahr rund zehn Tage früher als im Durchschnitt der letzten Jahrzehnte. Wissenschaftler deuten dies als eindeutiges Zeichen des fortschreitenden Kilmawandels.

1.200-jähriges Kirschblüten-Archiv

Da die sprichwörtliche Liebe der Japaner zu blühenden Kirschen schon seit der führen Heian Zeit (8. bis 12. Jhdt. n. Chr.) besteht, existiert seit dieser Zeit ein wahres „Sakura Archiv“. Aus zahlreichen Schriften haben Wissenschaftler der Osaka Prefecture University eine Chronologie der Blütezeiten extrahieren können. Auf dieser Basis läßt sich das Klima des vergangenen Jahrtausends ableiten.

Hanami – Das legendäre Kirschblütenfest

Die Kirschblüten Vorhersage von April 2021 - Ein schönes Foto auf japan-touren.de
Die Kirschblüten Vorhersage von April 2021 – Ein schönes Foto auf japan-touren.de

Auch im modernen Japan erfreuen sich die in voller Blüte stehenden Obstbäume weiterhin großer Beliebtheit. Viele feiern die Ankunft des Frühlings mit einem Picknick unter den Kirschen – dem sogenannten „Hanami“.
Mit einem Fest im Sinne eines Volksfestes hat das jedoch nichts zu tun. Ganz im Gegenteil: man picknickt zwar in der Menge Matte an Matte, aber dennoch unter sich in seiner abgeschlossenen Gruppe.

Um den jeweils perfekten Zeitpunkt für die volle Blüte eines Ortes einplanen zu können, veröffentlichen die TV-Sender nach ihren üblichen Wettervorhersagen im Frühjahr auch eine zusätzliche „Sakura-Vorschau“, die sog. „Kaikayoso“.

Kirschblütenreise 2022 frühzeitig planen!

Für uns als Japan-Reiseveranstalter bedeutet dies, dass wir unsere Kirschblütenreisen noch etwas früher anbieten werden. Bereits ab Mitte März 2022 kann man je nach Region ein Kirschblütenfest in Japan erleben.

Buchen Sie Ihre Reise also möglichst früh, um sich die wenigen Plätze zu sichern. Denn noch bei Buchung in diesem Jahr gilt:

Keine Anzahlung –
Kostenfreie Stornierung bis 30 Tage vor Reisebeginn
Ohne Wenn und Aber!


Japan Blog – Geishas im Lockdown

Eine Tänzerin führt im Tokyo National Theatre den klassischen Tanz "Nihon Buyo" auf
Eine Tänzerin führt im Tokyo National Theatre den klassischen Tanz „Nihon Buyo“ auf / Foto: Jörg Albrecht / japan-touren.de

FAZ-Fotoserie: „Zerbrechliche Schönheit“

Unter dem Titel „Zerbrechliche Schönheit“ veröffentlichte die FAZ einen sehr lesenswerten Artikel zum Thema Geisha und wie sich deren Arbeit in Zeiten von Corona auch in Japan verändert.
Dem u.a. für Reuters tätigen Fotografen Kim Kyung-Hoon sind für diese Recherche einige sehr intime Motive gelungen, wie man sie als Außenstehender nur selten aus der Welt der Geishas zu sehen bekommt. Denn in der Regel präsentieren sich Geishas nach außen nur geschminkt und mit vollständig angekleidetem Kimono, wie z.B. auf unserem Foto oben.

Geishas in Japan: Professionelle Entertainerinnen

Aber was ist denn eigentlich eine Geisha? Einer meiner mänlichen Gäste meinte während einer Japanreise im Scherz, er würde sich „heute Abend eine Geisha mal aufs Zimmer bestellen„. An dieser Aussage ist im Prinzip alles falsch.
Geishas sind hochprofessionelle Entertainerinnen. Sie führen Konversation, spielen ein Instrument, singen und tanzen klassischen japanischen Tanz (Nihon Buyo, s.o.). Sie schenken den Gästen Getränke ein und lockern die Stimmung mit Spielen, sofern diese eine oder mehrere Geishas für ein Abendessen ins Restaurant gebucht haben.

Weit entfernt von japanischer Prostitution

Aber eine Geisha ist keine Prostituierte und würde die Gäste auch nicht im privaten Rahmen im Hotelzimmer besuchen. Zugegeben, in der Historie finden man sog. „Makura-Geishas“, frei übersetzten „Kopfkissen-Geishas“, die tatsächlich ihre Dienste anderweitig angeboten haben.
Das entspricht aber nicht ihrem heutigen Berufsbild.

Und ja, der Beruf Geisha wird auch heute noch ausgeübt und gelehrt und hat trotz seiner Jahrhunderte alten Tradition seinen festen Platz in der japanischen Gesellschaft.
Die meist männlichen Gäste treffen auf Geishas im Restaurant, sofern sie diesen Service gebucht haben oder im sog. Teehaus. Das ist kein Café, sondern ein privat anmutendes Restaurant und für viele Geishas gleichzeitig Wohn- und Lehrort. Denn tagsüber, wenn keine Gäste zu bewirten sind, lernen die jungen Geishas hier ihre ersten Übungen.

Geisha, Geiko, Maiko?

„Geisha – 芸者“ ist nicht der einzige Begriff für Japans klassische Entertainerinnen. Frei übesetzt bedeuten diese beiden Schriftzeichen „Kunst + Mensch“, in etwa „Mensch der (Schau-)Künste“.
In Kyoto spricht man hingegen von „Geiko – 芸子“, „Kind der Künste“.
Eine Geisha- oder Geiko-Schülerin, die im Alter ab 15 Jahre in die Ausbildung eintritt wird bis zu ihrem 20. Lebensjahr „Maiko – 舞子“ genannt, „Kind der Bühne“. Während dieser fünf Jahre in Ausbildung trägt sie keine Perücke, sondern ihr eigenes Haar, das sie einmal die Woche zur typischen Frisur zusammensteckt. Um diese Frisur beim Schlafen nicht zu zerstören, legt sie ihren Kopf auf eine Art Nackenbank.
Die Maiko trägt besonders bunte Kimonos mit sehr langen Ärmelausschnitten.

Berufsfeld der Geisha ist schwieriger geworden

Als Japanreisender war es in der Vergangenheit nicht ohne weiteres möglich, einer privaten Aufführung einer Geisha oder Maiko beiwohnen zu können. Eine Tischreservierung in einem Teehaus ist in der Regel nur für Stammkunden und deren Gäste möglich. Dazu kommen die hohen Kosten von rund 400 bis 500 Euro – pro Person!
Typische Kunden waren bisher Firmen, die ihre Geschäftspartner einluden.
Doch seit die Wirtschaft nicht mehr boomt und auch in Japan Compliance Regeln eingeführt wurden, schrumpft der potenzielle Geschäftskundenkreis.

Neues Geschäftsfeld Tourismus

Teehäuser und Restaurants mussten sich neue Kundenfelder suchen – im Kyotoer Gion-Viertel finden nun auch Touristen einige Möglichkeiten – zumindest für eine kurze Zeit oder mit einem weniger aufwändigen Essen – in den Genuss einer Geiko- und Maiko-Begleitung zu kommen. Jedoch bleibt dieses Erlebnis ohne entsprechende Einführung und Übersetzung oft sehr oberflächlich und hinterläßt viele offene Fragen.

Geisha Erlebnis mit Albrecht & Kojima

Ich biete daher meinen Gästen während unserer Japanreisen gerne an, eine Maiko-Begegnung zu moderieren. Mit Übersetzungshilfe kann man dann auch als Reisender mit der Maiko kommunizieren, sie z.B. nach ihrem Arbeitsalltag befragen und zum Abschluß sogar ein paar schöne gemeinsame Fotos zu schießen.